MB Kern Landhausberatung
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Montag, 22. April 2019

Waschraumerfrischung



In der Bauwirtschaft fällt bekanntlich die größte Müllmenge unseres Landes an und dabei jede Menge problematischer und nicht weiter zu verwendender Stoffe. Wenige Jahre als Produkt gelebt, danach tausend Jahre Müll.
Für den Heiler menschlicher Behausungen drückt sich die hohe Umschlagszahl bei den Feuchträumen besonders in`s Auge.
Jeder Gang durch die Badabteilung der Baumärkte lehrt, wie gruselig doch die Komponenten waren, welche allhier vor wenigen Jahren dem Käufer in den Kofferraum gequatscht wurden und nun das Seelenheil nur gerettet werden kann, wenn schleunigst der neueste Trend an der Kasse fiept. Beehren Sie uns bald wieder! Hintendrauf die Nummer vom Containerdienst...
Spülbecken mit Musik, Duschstrahl mit der jeweiligen Lichtstimmung des Astralkadavers und Armaturen, die mit einem sprechen: es geht uns schlecht.
Wenigen freien Geistern ist es gegeben, die übernommenen Bäder und Waschecken weiter zu beleben. Hier fehlte es nur am Sonnenschein in der ehemaligen Gärtnereidusche und beim Nachpflegen einer Fensteröffnung drohte eine Großbaustelle samt augenrollenden Statiker.
Aber nicht nur die Fliesenformate sind gewachsen, auch die Bohrkronen und so wurde ein Lichtauge saugend in die Wand geschnitten, selbst die originale Befliesung lebt weiter... Darauf einen Dujardin!

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Sonntag, 18. Juni 2017

Hobbits Rinne


Von der Standzeit niedergedrückte Fachwerkhäuser sollen nach der reinen Lehre zuerst in die Höhe der Enstehungszeit zurück befohlen werden. Dann gibt es wieder gerade Fluchten und alle können ihren Routinen folgen.
Oder aber die BauherrInnen haben das Sendungsbewusstsein, diese Verformungen im Bilde zu belassen. Das verschreckte Auge sucht die Linie, bis es sich der Realität ergibt.
Der Rinnenknecht kann auch damit umgehen, klemmt die Fallrohre an die tiefsten Punkte und fertig ist das besondere Häuschen, welches malerische Verformungen in das nächste Leben trägt.

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Sonntag, 27. November 2016

Retrograder Geschmack



Jedem Leser der "Werner"- Comics ist die Geschichte um Meister Eckart noch präsent: Zigarrenuckelnd dem Lehrling knappe Anweisungen zuwerfend und die Qualität der Marke "Ideal Standard" in allen absurden Situationen preisend.
Hier nun ein geschmacksmusterrechtlich geschütztes Ensemble dieser legendären Schüsselikone, der auch Marcel Duchamps nicht ausweichen konnte. Er besetzte mit Hilfe eines Urinals den Kunstgattungsbegriff des "ready made" und erhitzt ein sattes Jahrhundert danach noch die Diskussion, ob das denn alles Kunst sei?!
Aber eine gestalterische Grosstat im neuen Baugebiet! Kurz vor dem Durchbruch der Moderne das Abort vom Hinterhof auf die Beletage zu holen und damit den Standard für die nächsten Jahrzehnte zu setzen ist sehr beachtlich.
Nur zu vergleichen mit der Verbannung des Spucknapfes aus dem öffentlichen Leben oder den prägenden neuen Lebensformen, die soeben im Internetbiotop generiert werden und uns in den nächsten Jahrzehnten begleiten werden.

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Freitag, 26. September 2014

Das Myzel durchwurzelt Deine Träume

Von Erfolgen auf die eigene Wahrnehmung und Erweiterung des Farbspektrums berichten manche Pilzfreunde nach Verzehr magischer Fruchtkörper ganz begeistert; andere wiederum, welche unerwartet in diesen Genuss kamen, schwiegen mit weit aufgerissenen Augen und nicht unzufriedenen Gesichtsausdruck für immer.
Pilze haben Potential.
Sie bilden nicht nur das grösste Einzellebewesen auf unserem Planeten (wir lasen darüber in einem früheren Blogeintrag), sie hatten auch gehörig Vorsprung, um noch die abwegigste Nische auf der Erde mit mindestens einem findigen Vertreter auszustatten, der es sich dort fidel wohlgehen lassen kann.
Ihre Aufgabe verlieren sie trotz putziger Benennungen und Formen nicht aus den Genen: abbauen, auflösen, aufräumen. Organische Strukturen werden wieder in ihre Einzelteile zerlegt und willig dem Kreislauf erneut dargeboten.
Wer also im neuerworbenen Haus ans kennlernende Aufräumen geht, muss mit freudig dargebotenen Fruchtkörper und rätselhaften Myzelen rechnen. Vor allem langer Leerstand, ungelüftete Räume und abgedeckte Holzfussböden bieten eine hohe Luftfeuchtigkeit und damit eine Holzfeuchte über 20%. Dies ist die kritische Grenze für den Start des pilzlichen Lebens, also kann die Bekämpfung der Pilze im Haus nur lauten: Kein Wasser am Holz!
Nun haben gerade Fachwerkhäuser in Ihrer Konstruktion viele Eintrittsoptionen für das Niederschlagswasser, aber auch solidere Bauten haben tausendundeine Schadensmöglichkeiten. Zudem wird das Kondenswasser als Quelle unterschätzt: wo sich warme Luft und kalte Medien treffen, da kondensiert sich was zusammen. Besonders tückisch, wenn diese Auffeuchtung nicht als Wasser sichtbar ist, sondern in Wand und Holz verteilt.
Wer also meint, bei der Hausbesichtigung eine frische Prise Waldluft zu schmecken und sich auf die kommenden Pilzwanderungen freut: Der Gesuchte ist mit Sicherheit schon im Haus.
Wie immer in der Not ist Panik die schlechteste Reaktion: Nur ein Gutachter kann bestimmen, wie gefährlich der Gast ist. Der auf dem Foto abgebildete Fruchtkörper ernährt sich allein vom organischen Staub auf dem mineralischen Kellerboden.

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Dienstag, 8. Mai 2012

Dachplantage

Dachentwässerung ist eine klare Sache: das Wasser wird aufgefangen, den Fallrohren übergeben und am Ausgang plätschert es fröhlich auf das Grünland.
Soweit die Theorie. Oft liegt der Wasserspeier aber ungünstig, verwandelt den Hof in Sumpfland und den Gehweg in eine Rutschpartie. Dies vorausahndend, kann die Entwässerung auch ganz unter die Erde gepackt werden und am Maulwurf vorbei den Weg zum Vorfluter ereilen. In diesem Fall darf aber kein Feststoff mit dem Wasser treiben, egal ob Blätter, Strohhalme oder verklammte Jungvögel. Sonst verstopft die Ableitung und darf wieder ausgebuddelt werden.
Also werden Laubfangkörbe in die Fallrohre gesteckt, was bei großem Treibgutanfall (hier: Sperlingshabitat) das Stopfproblem rasch in die Rinne verlagert.
Da ist es nun wiederum schlecht zu sehen... Bei Starkregen läuft das Wasser auf ganzer Breite über die Rinne, aber wer schaut sich das bei solchem Wetter schon an?
Es bildet sich ein eigenes Biotop mit Reisfeldanmutung, welches seine olfaktorischen Zumutungen erst bei der Entnahme  entfaltet.

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Sonntag, 22. Januar 2012

Spritzwasser


Die Feuchtigkeit in unbewohnten Räumen versammelt sich allein durch die Kondensfeuchtel in der Innenwand bis zur Sättigung. Danach müsste durch sich erwärmende Luft auch wieder Feuchtigkeit abdunsten können. Aber im Inneren wird dies ohne einen flackernden Ofen nur theoretisch eintreten, eher wird bei Bestrahlung der Aussenwände durch den großen gelben Himmelsofen ein Wandereffekt nach aussen eintreten.
Die wahre Wegbeschreibung des Wassers durch eine Mauer, die ja mit Mörtelmasse und Ziegel nie einheitlich zu werten ist, gibt es nicht. Dort spielen auch eingeschlossene Luftblasen und versammelte Salze eine nebelhafte Rolle. Wie in allen unwegsamen Gebieten gibt es zu diesem Thema sackweise Halbwissen, Meinungen, Verschwörungstheorien und Glaubenskriege.
Wohl besser, sich an die sichtbaren Auswirkungen zu halten.
Aber wie so oft im Leben kommt es nicht nur von einer Seite dicke. Bei fehlenden und defekten Regenableitungen fällt die halbe Dachwasserflut noch auf den Mauerfuss und durch Bewuchs, Materialstapel oder Treppen spritzt dieses Wasser gut 80 Zentimeter in alle Höhen.
Dazu kommt der ganz normale Regen: nie fällt er nur senkrecht brav zu Boden. Mit dem Wind im Rücken durchnässt er die ganze Mauer. Dagegen hilft nur die solide Verfugung der Hauswände, Fensterbänke und Vorsprünge.

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Schwitzwasser


In der dunklen Jahreszeit, wenn es kälter wird, zeigt sich nicht nur die Stimmung oft abgeschattet und beschlagen. Auch in anderen geschlossenen Gebilden schlägt sich die Kälte sichtbar nieder. Einfach verglaste Fenster und Türen zeigen sich deutlich als kälteste Fläche im Raum und lassen die in der warmen Luft gebundene Feuchtigkeit kondensieren. Ein klares Gesetz, welches sich nicht wie die von Menschen geschaffenen Regeln umgehen oder brechen lässt.
Dieses Ausfallen des Wasserdampfes erfolgt auch an allen anderen kalten Flächen: die Holztür, welche nicht durch Farbe geschützt ist, wird komplett durchfeuchtet. Richtig tückisch wird es an kalten Wandflächen und dort besonders an den Wandecken: die Kondensfeuchte bildet die Grundlage für die Schimmelpilzkulturen. Zudem entsteht nach unbeheiztem Leerstand ein Schadensbild, welches fälschlich als "aufsteigende Nässe" gelesen wird und verlässlich den Türöffner aller Feuchtebannerschamanen abgibt.
Heizen und Lüften allein kann viel verbessern, aber in nur zeitweise genutzten Häusern muss auch Toleranz und Gelassenheit mithelfen.
Auf Dauer hilft nur, die Hülle auf einen einheitlichen Dämmwert zu bringen und feuchtepuffernde Putze und Wandmaterialien einzusetzen.

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Sonntag, 19. Dezember 2010

Lange Leitung


Ein Gebäude wird erst durch einen stabilen Zufluss von Trinkwasser zum festen Siedlungspunkt, zum Lager für alle Jahreszeiten. Dies konnte ein Fluss sein oder ein Quell im Keller. Jahrhunderte reichte der Ledereimer den mehr oder weniger klaren Saft an den Holzbottich weiter und bis ins letzte Jahrhundert lag die Trinkwassergewinnung auf dem Lande in den engen Grenzen des Grundstücks. Aber seitdem gilt das geführte Wasser im Inneren als Hausmerkmal.
Bleibt die Frage nach dem Material, aus dem die Wasserboten bestehen. Aus Holz wurde Stahlguss, Blei, verzinktes Stahlrohr, aktuell buhlen Kupfer, verzinntes Kupfer, Edelstahl und Kunststoffverbundleitungen um den Auftritt.
Allerdings ist auch eine Kupferleitung nicht mit allen Wassern einverstanden: Bei stark kalkhaltigem Wasser (ph-Wert unter 7,0) ist Kupfer ungeeignet. Potzblitz! Ist das lang ersehnte, teure Kupfer also auch keine Lösung für Jahrhunderte... Nicht nur Metalldiebe, auch Lochfraß und Verschlammung sind der Ewigkeit im Wege. Zugleich arbeitet die Entropie auch im Hauswasserwesen weiter: sensible Armaturen aus der Weltraumforschung, Rückspülfilter, Zirkulationspumpen und die Prüfpiloten des Gesundheitsamtes, die böse Inhaltsstoffe jagen. Ja und die Wasseruhren, die mit pünktlichem Einfrieren das Eintreffen des Winters anzeigen.
Aber wieder mit dem Eimer zum Brunnenloch?

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Donnerstag, 27. Mai 2010

Wasserableiter


Das geführte Wasser, welches geordnet in Rinnen vom Dach geholt wird, muss in Brandenburg auf dem eigenen Grundstück zum Versickern gebracht werden. Das Ableiten über die Grenzen, z.B. nach altem Brauch auf die Dorfstraße, ist vorbei. Oder es wird eine Regenwasserabgabe fällig.
Manchmal aber ist schon der Transport auf dem Hof schwierig: mal stört die Pfütze an der Ecke, dann wieder bleibt der Hänger namenshörig an der Rinne hängen. Die Lösung durch Wasserspeier entfällt durch die hohen Spritzwasserschleier.
Aber es finden sich immer findige Köpfe: Äquaduktisch, durchschreitbar und zudem ein schöner Rückgriff auf die Zeit vor Zinkblech und Lötkolben.

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