MB Kern Landhausberatung
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Montag, 5. September 2016

Fachwerkfüllung



Dem Fachwerk ist es egal, welches Material in die Öffnung gestellt wird, den Zusammenhalt und die Statik des Gebäudes leistet ja der Holzkäfig. Das Naheliegende wurde früher verwendet: Holz, Stroh, Rasenstein und Lehm in allerlei Rezeptur, erst später konnten gebrannte Ziegel die Hülle verschliessen.
Reine ungebrannte Lehmsteine, so genannte Grünlinge, sind für diese Aufgabe ungeeignet. Die Bewitterung weicht den den Lehm ein und spült ihn aus, selbst der Verputz mit Kalk kann eine solche Bauweise nichtz dauerhaft machen.
Was aber tun, wenn die Vorbesitzer eine Wandhälfte genau so behandelt haben? Alles entfernen und Neustart?
Hier hilft eine Inspektion bei der Entscheidungsfindung: Die Steine stecken schon 15 Jahre im Gefache fest und selbst in den unteren Lagen sind keine Zerstörung zu erkennen. Dies hängt mit der geschützten Lage und der funktionierenden Dachentwässerung samt Dachüberstand zusammen. 
Auch ist die inneren Werte des Lehmsteins sind entscheidend: Bestünde er nur aus feinen Fraktionen des reinen Lehms, wie die heutigen maschinell Gefertigten, wäre kaum eine solche Beharrung zu erwarten. Sind die händisch geschlagenen Steine aber mit groben Korn bis hin zu kleinen Steinen ausgestattet und gibt es zudem Fasern aus Strohhäcksel oder Gras, so ist eine lange Standzeit anzunehmen. Noch besser, wenn man sich an den Verwitterungsspuren nicht mit den Augen stößt.

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Samstag, 7. November 2015

Feldsteinfundament, verbrüchlich




Das Fundament hat es als Ausdruck für besonders standfeste, weit in die Zukunft beständige Angelegenheiten bis in die Propagandasprache geschafft. Mit dem Zusatz "unverbrüchlich" dargestellte Verhältnisse konnten diese Zuschreibungen aber oft nicht einlösen, zumal hier die schwierige Kategorie "Ewigkeit" eingeführt wird.
Auch beim Fundament aus Feldsteinen, welche als rundgeschliffene Steine vom Acker gesammelt wurden, ist die Ausstrahlung weit besser als die vorhandenen Qualitäten. 
Die Formen eignen sich nicht zu einer straffen Verzahnung, oft wurden für die Optik Blender angebracht, welche sich vor der zu leistenden Lastabtragung drücken und nur zur Straße hin ein gutes Bild abgeben.
Die Tiefe ist ungenügend, besonders bei kellerlosen Gebäuden auf wenig bindigen Sandböden ist ein Generalverdacht angebracht. 
Unpassend auch die Mörtelmasse, welche den Zusammenhalt sichern soll. Die kalkhaltigen oder lehmigen Bestandteile sind geschwächt, von Pflanzenwurzeln gelockert und durch Insekten bewegt. Werden die lockeren Erdteile konsequent entfernt, bleibt ein lückiger, fragiler Verband übrig. Ein idealer Zutritt für Schadnager und Maulwürfe.
Bei solch labiler Verfassung ist abschnittsweises Arbeiten angesagt, damit es kein Gesamtversagen geben kann. Vor jeder tieferen Freilegung zwecks "Dränage" und "Abdichtung" ist zu warnen, lediglich die Entfernung von angelagerten Boden über der bauzeitlichen Höhe kann vorsichtig erfolgen. 
Bei der Ausfugung kommt es zuerst nicht auf die Optik an, sondern die Funktion soll gesichert werden. Hohlräume werden ausgestopft und mit passenden Steinen oder Ziegelbruch ausgefüttert. Eine Zementphobie ist hier wie bei allen erdnahen Bauteilen unsinnig, es sind die angegebenen Rezepte einzuhalten.

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Donnerstag, 29. August 2013

Scheunen verschalen wie früher

Bei vielen Nebengebäuden ist die Verbretterung der Wände, zumindest aber der Giebel, ein erprobtes Abschlussmittel. Der Regen bleibt draußen, die Luft aber kreiselt fleissig weiter. Damals war anderes Material beliebt: nicht die schmalen Bretter aus dem heutigen Sortiment, sondern urtümliche Planken. Also ging mindestens die Anbringung früher schneller von der Hand, zumal die Bretter trotz ihrer Breite angenehm leicht waren. Das Zauberholz nennt sich Pappel, der schnellwachsende Grünmacher. Vor fünfzig Jahren war dieser Baum sehr beliebt in der schnellen Begrünung von Wohngebieten und Gesellschaftsbauten, quasi der sozialistische Sportplatzbaum. Das Holz aber war nicht begehrt, da es nur für Papier und Streichhölzer brauchbar schien. Und bei den Stammdurchmessern ist auch schnell das Sägegatter zu eng.
Aber in anderen Gegenden Deutschlands wurde aus der heute unbekannten Not auch dieses Holz zum Bauen oder gar als Dielenboden eingesetzt. Ja und was soll man sagen: Pappelboden ist natürlich fusswarn und mit der richtigen Behandlung und normaler Nutzung als Boden langlebig. Auch für die Schlachtebank, die Saunabank oder der allgefälligen Verkleidung zu empfehlen.
Auch ohne Altölbehandlung und Giftimprägnierung hält dieses verschmähte Holz hundert Jahre am Balken bis der Nagel bricht, versilbert sehr edel ohne Vergrauungsessenz und ist auch in der Zukunft noch total lokal.

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Dienstag, 5. Juni 2012

Dach und Fach


Wenn die Scheunenwand eingebaut ist und mit Last auf dem neuen Fundament steht, ist die Zeit des Fächerfüllens gekommen. Glück hat, wer mit altem Holz bauen konnte, denn dieses Holz schwindet nimmermehr und es kommt nicht zu großen Abrissen und Spaltenbildung zwischen Holz und Fach.
Empfehlenswert ist das maschinelle Bürsten der Balken schon beim Abbund und dann die erste Ölung mit Leinöl. (Nicht zu dick auftragen, lieber dünn und mehrmals, denn die Schichten müssen ruhig durchoxydieren.) Dadurch werden die unvermeidlichen Kontakte mit Kalkmörtel fast spurenlos bleiben.
Die Füllung mit Backsteinen hat sich als Dauerhafteste durchgesetzt. Aber das Gesamtbild wird sehr von der Farbe und Oberfläche des gewählten Mauerziegels und der Fuge bestimmt. Deshalb bleiben die alten Besatzungen mit Ergänzungen die erste Wahl. Es ist gut zu sichern, dass die Steine ausreichen und die Ansicht durchgehalten wird, besser gleich mischen.
Dann gilt es die Aufteilung der Ziegelfüllung zu steuern, die Fachgrößen sind hoffentlich identisch vom Zimmermann gehalten. Denn übergroße Fugen im oberen Drittel oder halbe Steine zum Abschluss sind ewig flatternde Flaggen des Scheiterns.
Die Verankerung der Füllung ist variantenreich: Dreiecksleiste, Nägel in der Fugenlage oder neu auch Lochband. Leichter ist wohl die Schaffung einer Nut im Steher mit filigraner Kettensäge, denn so verzahnt sich der Randmörtel als Feder und dieses Fach wandert erst weit nach unserer Zeit aus dem zugewiesenen Rahmen.
Dann sofort verfugen, die Oberflächen säubern, gut wässern ohne auszuspülen... im Endpurt transpiriert nicht nur der Laie! Für einen Ungeübten ist ein Fach pro Ferientag eine satte Leistung und das Bier in der Abendsonne die korrekte Abrundung.

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Sonntag, 26. Februar 2012

Trümmerkutte


Steine putzen gilt ganz sicher als nicht zumutbare Arbeit im deutschen Behördenschlüssel, aber wir sind ja hier auf dem dritten, dem Heimarbeitsmarkt. Ähneln die Ziegel denen auf dem Foto, so sollten wir kurz ihren Wert bedenken: Solche Qualität gibt es nur noch in der Eigenbergung und die gewonnene Patina ist das schützenswerte Extra obenauf. Daher sollten die Steine unter Schonung der Sichtseite mit einem Holzgriff gelockert werden und nach unten gereicht. Der bauzeitliche Mörtel lässt sich leicht entfernen, jede Reparaturstelle mit modernem Fertigmörtel ist sofort spürbar. Schnell lernt der Putzer: Die zementhaltig gebundenen Ziegel sind im Guten nicht zu reinigen, oft erliegen sie den letzten Schlägen. Aber auch alle halben und viertel Steine sollten geborgen werden: Sie werden gebraucht. Bei Fächern, die von Schrägsteifen durchzogen werden lohnt sich der langsame Gang: Den Fachinhalt vorsichtig auf den Boden so ablegen, wie er im Fach hockte. Dies spart Stunden beim Wiedereinbau.
Wer das Füllen der Wände nachher einem Handwerker überlassen will/muss, sollte sich ein Foto vom Ursprung machen und so das Arbeitsziel beschreiben samt Vorschrift zum Mörtel. Denn diese Arbeit ist nichts für jeden sich anbietenden Dorfmörtler. Allein das Gefühl für Fugenstärke, um mit einer ebenso grossen Schlussfuge anzukommen, ist schwer trainiert. (Wenn der Handwerker mit Wasserwaage und Lot antritt, ist er schon der Unkenntnis verdächtig.)
Spätestens, wenn die ersten Kostenvorschläge für diese Arbeit zu lesen sind, sollte ein Stuhl bereit stehen. Vielleicht kommt dann das Eigenwerk wieder in die Wahl.
Gelagert bis zur Wiedergeburt werden die Ziegel im Gebäude, etwas entfernt von der kommenden Baustelle. Denn zur Wandsanierung gehört zwingend der Schwellenwechsel, Abstützung und Einrüstung, also "Platz da!".

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Samstag, 25. Februar 2012

Unter Dach und Fach



Von der Materialwahl hervorragend: Die Eiche und der solide, nicht zu hart gebrannte Backstein sind ein perfektes Paar. Wenn sich die Wand nach 100 Jahren so präsentiert, können wir den Hut ziehen und müssen zugleich einen Helm aufsetzen. Denn in der Hülle eines solchen Gebäudes herrscht bei jedem Wetter Bewegung und bei Stürmen schwingt die ganze Hütte enorm. Grundsätzlich haben die Hölzer die Statik zu sichern, die Ausfachungen sollen keinen Druck aufnehmen.
Allerdings wurde oft versäumt, die Steinfüllungen am Herauswandern zu hindern. (Dies soll durch Dreikantleisten erfolgen, eingeschlagene Nägel in der Fuge haben sicher auch einen Effekt, gelten aber als unbeständig wegen des Metall-Holz-Problems.)
So ein gekipptes Fach ist ein echte Lebensgefahr und Aufforderung zum Eingreifen. Wenn dies wie im Detailbild geschieht,verlängert es nur den unhaltbaren Zustand: Die oberen Fugen wurden mit zementhaltigem Mörtel befestigt, die Schräglage nicht beseitigt. Da braucht`s kein Orakel: Regenwasser wird sich sammeln sich und nässt den Holzriegel.
Abhilfe heisst hier: Alle Ziegel ausbauen, sauber putzen, Dreikantleisten einbauen oder Fachwerkinnenseite schlitzen (damit sich der Mörtel verkrallen kann), mit Kalk-Sand-Hausmischung wieder einbauen.

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Scheunenschaden


Die Nebengebäude bilden beim Kauf eine eher ungeliebte Zugabe: groß, derzeit unnütz und mit Sanierungsdruck. Früher bildeten die landwirtschaftlichen Produktionsgebäude den Wert des Hofes, heute muss ihr Wert manchmal mit den Abrisskosten vom Kaufpreis abgezogen werden. Denn welche neue Nutzung finde ich für die voluminösen Lagerstätten, um der drohenden teuren Beräumung zu entgehen?
Scheunen sind die wahren Sorgenbringer.
Die Scheune im norddeutschen Raum ist gewöhnlich eine Fachwerkkonstruktion. Das Dach war als leichtes Weichdach ausgeführt (Schilf), ab 1900 wurde auf Druck der Feuerversicherungen ein Hartdach Pflicht. So kamen Blechplatten oder Schiefer zum Einsatz, aber auch Betonsteine und seltener Biberschwänze. Der Dachstuhl wurde für die neue große Dachlast nicht immer ertüchtigt. Selten gab es eine Dachrinne und wohl keine hat ungepflegt überlebt.
Die Spannweiten sind für moderne Landmaschinen ungenügend, Stützen stören und Tore sind zu klein.
Ursprünglich waren die Wände mit Flechtwerk oder Staken und Lehmbewurf ausgefüllt, dann kamen die Backsteine zum Zuge.
In den nächsten Beiträgen geht es um die Schadensbeurteilung und Behebung der klassischen Fehler an Fundament und Fachwerkaussenwand.

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