MB Kern Landhausberatung
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Freitag, 12. Mai 2017

Fensterwechsel


Die Größe ist bei der Wahl der Werkzeuge schon entscheidend. Irgendwann ist der Moment da und die dünnen Arme fangen mit den Beinen synchron zu zittern an. Dabei soll man doch nur die Fenster vorsichtig in die Hausöffnungen teleportieren zwecks Befestigung. Ging früher doch auch!
Ja, in den längst entwichenen Zeiten, als eine Fliese mit 20 cm als groß galt und die Schiebetür auf einer angeschraubten Aluleiste brav herumrollerte.
Nun aber ist eine meterbreite Fliese "recht interessant" und der Schiebetrumm kann eine unkonzentrierte Fussballmannschaft erschlagen.
An jedem Problem wächst eine Lösung, ist diese entdeckt kommt alles wieder in den Raum des Machbaren und der Normalität an.


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Ausgekäuzt




Heute darf die Abteilung korrekterweise "Tiere kotzen Dich an" lauten! Denn so heiter und hoffnungsfroh wie nach der Ansiedlung der Schleiereulen bleibt die Stimmung nicht. Der nachtaktive Wühlmausschnapper hat einen beträchtlichen Stoffumsatz, welcher sich in zweierlei Richtung entäußert: Neben dem Ende des Verdauungstraktes öffnen sich regelmäßig der Schnabel, um unverdauliche Reste der Beute als gepresste Gewölle zu entlassen. Dies ist leicht zu handhaben und recht anschaulich für den jungen Naturforscher, um die Eingänge am Vogel zu erkunden.
Da die Eule auch alle Krankheiten und Parasiten am geschwächten Beutetier aufnimmt, wird mit scharfer Chemie im Magen dagegen gehalten und noch im Kot liegt der pH-Wert weit aus der Mitte.
Das ist echt ätzend!
Wer also den Scheuneninhalt und die übernommenen originalen Wände und Treppen nicht so bekäuzt stehen lassen will, bietet dem Vogel einen Futterplatz an.
Dann ist am begrenzten Landeplatz eine gezielte Aufnahme der Ausscheidungen möglich.

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Sonntag, 27. November 2016

Retrograder Geschmack



Jedem Leser der "Werner"- Comics ist die Geschichte um Meister Eckart noch präsent: Zigarrenuckelnd dem Lehrling knappe Anweisungen zuwerfend und die Qualität der Marke "Ideal Standard" in allen absurden Situationen preisend.
Hier nun ein geschmacksmusterrechtlich geschütztes Ensemble dieser legendären Schüsselikone, der auch Marcel Duchamps nicht ausweichen konnte. Er besetzte mit Hilfe eines Urinals den Kunstgattungsbegriff des "ready made" und erhitzt ein sattes Jahrhundert danach noch die Diskussion, ob das denn alles Kunst sei?!
Aber eine gestalterische Grosstat im neuen Baugebiet! Kurz vor dem Durchbruch der Moderne das Abort vom Hinterhof auf die Beletage zu holen und damit den Standard für die nächsten Jahrzehnte zu setzen ist sehr beachtlich.
Nur zu vergleichen mit der Verbannung des Spucknapfes aus dem öffentlichen Leben oder den prägenden neuen Lebensformen, die soeben im Internetbiotop generiert werden und uns in den nächsten Jahrzehnten begleiten werden.

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Sonntag, 16. Oktober 2016

Brandstellen



Die Ausführung der Abgase aus dem Gebäude ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur gesunden Behausung. Das Feuer kam als Lagerfeuer in die Höhle und hatte für heutige Herde einen absurd hohen Holzverbrauch. Jahrhundertelang blökerte und glimmte es ungeformt dort herum. Die ebenerdige Form brachte sehr viele Rußpartikel in die Lunge und verkürzte das Leben radikal, da könnte der heutige Kettenraucher nicht mithalten.
Dann wurde das Feuer auf die Herdbank gehoben und der Kochkessel mit irdenen Kochgeschirr ergänzt, diese Grapen standen auf ihren tönernen Füßen in der Glut.
Der Rauch flottierte dabei frei im Raum, bis er durch ein Loch im Dach entwich. Diese schwarzen Küchen hielten sich abseits der Städte bis Ende des 19. Jahrhunderts. Danach kamen auch hier Rauchführungen in gemauerten Zügen an.
Was kann nun mit den verrußten Altzügen in den Wänden geschehen? Alle Vorschläge zur Maskierung und Isolierung durch Aluminiumfolien, Spezialmörtel, links gerührtem Kuhmist u.ä. können nur in Ausnahmesituationen helfen. Regulär müssen alle schwarzen Steine herausgebrochen und entsorgt werden und dann kann der neue Wandaufbau beginnen.

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Montag, 10. Oktober 2016

Sesam öffne Dich

 

Das Öffnen lang verborgener Räume wie Herzkammern oder Räuberschlafhöhlen gelingt mit dem passenden Spruch . Oder dem lang ausgelegten Brecheisen. Es zeigt sich das zu Verbergende, das als unschön und altmodisch Benannte und damit auch das Empfinden der Vorbewohner. Deckel drunter genagelt, dachten sie, und schon ist der Raum moderner, niedriger und nichts krümelt mehr.
Beim nächsten Rauminsassen ist wieder etwas anders und im Rückbau entdecken wir die entstandene Zwischenwelt. Ganze Mäusedynastien entwickelten sich hier, polsterten Ihre Tanzsäale und Schlafkammern mit Spelzen aus, hatten gute Zeiten, Tag und Nacht.
Da Mitbewohner in alten Häusern auch vertragslos übernommen werden, wird manchen erst spät klar. Wehe, wenn kein schalldämmendes Material in der Absperrung verwendet wurde. Die beliebten Rigipsplatten verstärken den Trommeleffekt der kleinen Mäusebeinchen und im Halbschlaf wachsen die Tiere in bedrohliche Höhen. In diese Abgeschlossenheit bekommt man keine Falle gestellt und falls doch, wird sie von kräftigen Mäusen auch gern verschleppt... und das Gespann verwest in unkartierten, aber riechbaren Landschaften.
Verbleibende Lösungen? Meditation und Demut zuerst und danach neue Zwischenwelterschaffungen vermeiden.

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Freitag, 7. Oktober 2016

Insektenhotel im Angebot



Futterhäuschen gabs gestern, jetzt sind Wohnkisten für Insekten im Trend und die Natur muss sich schon wieder bedanken.
Was heute als Bastelarbeit fürs beste Gewissen an Gutwillige vertickt wird, ist nur ein schmaler Ablasszettel für die langen Kampfjahre an der Insektenfront. Die großflächige Ausradierung aller vorhandenen Spiel- und Wohnhöhlen an unseren Gebäuden, der Aufschrei ob aller langbeinigen Schatten und die Notarztwahl bei brummenden Angriffsfliegern hatten Erfolg: Die Insekten sind auf dem Rückzug.
Ob nun die Umstellung der Landwirtschaft auf eine giftspritzengesteuerten Anbaufolge oder die Ausrottung vieler Wildblüher und Ackerkräuter dieWende brachten, kann egal sein: Diese Sperrholzkästen des schlechten Gewissens werden die Libellen nicht aufrichten und Springspinne und Ameisenlöwe nicht befördern.
Wenn diese Schachtel ein Hotel sein sollte, dann ist ein Reetdach die spanische Küste und eine Scheune in Volksbauweise der Spreewald.
Aber suchen die kleinen Geister eine Reiseübernachtung oder eine vielgestaltige Heimat?

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Montag, 5. September 2016

Fachwerkfüllung



Dem Fachwerk ist es egal, welches Material in die Öffnung gestellt wird, den Zusammenhalt und die Statik des Gebäudes leistet ja der Holzkäfig. Das Naheliegende wurde früher verwendet: Holz, Stroh, Rasenstein und Lehm in allerlei Rezeptur, erst später konnten gebrannte Ziegel die Hülle verschliessen.
Reine ungebrannte Lehmsteine, so genannte Grünlinge, sind für diese Aufgabe ungeeignet. Die Bewitterung weicht den den Lehm ein und spült ihn aus, selbst der Verputz mit Kalk kann eine solche Bauweise nichtz dauerhaft machen.
Was aber tun, wenn die Vorbesitzer eine Wandhälfte genau so behandelt haben? Alles entfernen und Neustart?
Hier hilft eine Inspektion bei der Entscheidungsfindung: Die Steine stecken schon 15 Jahre im Gefache fest und selbst in den unteren Lagen sind keine Zerstörung zu erkennen. Dies hängt mit der geschützten Lage und der funktionierenden Dachentwässerung samt Dachüberstand zusammen. 
Auch ist die inneren Werte des Lehmsteins sind entscheidend: Bestünde er nur aus feinen Fraktionen des reinen Lehms, wie die heutigen maschinell Gefertigten, wäre kaum eine solche Beharrung zu erwarten. Sind die händisch geschlagenen Steine aber mit groben Korn bis hin zu kleinen Steinen ausgestattet und gibt es zudem Fasern aus Strohhäcksel oder Gras, so ist eine lange Standzeit anzunehmen. Noch besser, wenn man sich an den Verwitterungsspuren nicht mit den Augen stößt.

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