MB Kern Landhausberatung
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Mittwoch, 15. August 2018

Klare Durchsage


Das nötige Gespräch zwischen dem Bauherren und dem Handwerker muss vieles bringen.  Zuvorderst die Übermittlung der gewünschten Leistungen, dann die ungefähre Dauer der Arbeiten und dazu noch etwas Klarheit zum finanziellen Ausgleich für die Bemühungen.
Im Detail kann sich der Austausch zwischen Sender und Empfänger rasch unentwirrbar verknäulen. Oft fehlen die Worte oder man unterlegt ihnen verschiedene Bedeutungen, der Zeichenvorrat ist vielleicht arg verschieden oder die eigenen Vorstellungen noch so verschwommen wie  der Blick nach einem Junggesellenabschied.
Die eigenen Wünsche sind oft selbst für den Bauherren eine blackbox, denn er kann vielleicht das gewünschte Ergebnis benennen, aber der richtige Weg dahin? Es bleibt ihm nicht erspart, sich die Grundkenntnisse zur Entscheidungshilfe draufzuschaffen und auch dem Handwerker zuzuhören, in Ruhe abzuwägen und wenn die Worte verblassen, eine zeichnerische Fassung des Wortvortrages nachzureichen.
Der Handwerker hat dabei schon beachtliche Routinen entwickelt, die üblichen Kundengespräche kann er bis zu sechs Sätzen im Voraus visualisieren und die Stolperstellen ansagen.
Die Geldmengen, welche zum Austausch bereit stehen, haben natürlich auch Einfluss auf die Chancen einer raschen Umsetzung oder ob der Werktätige nach einem Händedruck für immer untertaucht und nicht mehr ans Fernsprechgerät zu locken ist.
Schliesslich ist nach langen Jahren des Auftragsmangels in der Fläche samt entwürdigender Pendelei eine Zeit der Ausführenden angebrochen und ein Ende der Nachfrage nicht ahnbar.

Wie wohltuend sind da eindeutigen Ansagen!

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Freitag, 6. Juli 2018

Fensterrückbau: Alles wie gehabt!



Naja, nicht ganz wie früher, aber wer könnte noch vergleichen?
Da es diesmal nach aussen öffnende Fenster geworden sind, ist die Lage und Präsenz eine andere. Es fehlt die äussere Fensterbank und der Betonbalken wird die Zwischenzeit immer dokumentieren. Zudem erkennt man rechts oben in der Weiterführung des Trägers den alten Fensterbogen. Darunter die Ausmauerung der alten Öffnung, welche etwas Sorgfalt vermissen lässt.
Aber die nächsten 100 Jahre sollten bei etwas Pflege drin sein, denn es sind Holzfenster.

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Mauerbiene


Als Mauerbienen werden mehrere Gattungen von Wildbienen bezeichnet, die sich durch eine spezielle Bauform ihrer Nester auszeichnen. Diese Solitärbienen benutzen neben Drüsensekreten auch Lehm, Erde und Blattstücke für die Brutzellen und bauen diese in Mauern, Totholz und Steinspalten ein. Sie treiben gern auch in bestehendes Mauerwerk ihre Stollen und vermörteln alles mit dem Abraum. Damit können ganze Mauern perforiert werden und von gruppenbildenden Wildbienen als Heimstatt nachgenutzt werden, was besonders bei Lehmmörtel die Statik auflösen kann.
In den Zellen wird ein Vorrat von Nektar und Pollen abgelegt und die Eier plaziert. nach mehreren Häutungen verpuppt sich die Larve. Nicht selten werden die Gelege von parasitären Bienen mit dem eigenen Nachwuchs bestückt, welche dann als Kuckuckskinder den Vorrat vernaschen.
Die Mauerbienen lassen sich mit entsprechenden Brutbatterien leicht züchten. In China gibt es großflächige Versuche, die fehlenden Honigbienen durch Wespen und Solitärbienen in der Bestäubungsarbeit zu ersetzen.
Wem ein fröhliches Treiben in den Mauerritzen fehlt: Auch in Deutschland ist das Insekt leicht zu erwerben und in den Aussenmauern anzusiedeln.

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Donnerstag, 5. Juli 2018

Fensterrückbau, Alles auf Anfang!



Die Reparaturstellen sollen sich wenig vom Bestand abheben. Dies gelingt gut mit den Originalziegeln oder Ziegeln, die traditionell hergestellt werden. Im Handel gibt es verschiedene Anbieter zu sehr guten Preisen, selbst kohlegebrannte Steine sind erschwinglich.
Das zweischalige Mauerwerk muss durch die obere Lage gut verschlossen werden, um die ruhende Luftschicht und damit die gewünschten Dämmwerte des Mauerwerks zu schaffen.
Die Verfugung ist schwerlich an das bestehende Bild anzupassen, daher wurden die Fugen hier  etwa 2 cm ausgeräumt, um eine spätere einheitliche Fugenfarbe zu ermöglichen.


Fensterrückbau, Materialschau



Die Sehnsuchtsseuche nach großen Fenstern ist in den 70iger Jahren ausgebrochen. Befeuert von den grenzenlosen neuen Möglichkeiten der  Fensterhersteller, die mit Kunststoffen das unmoderne, überholte Material "Holz" ersetzten. Den Anpreisungen der Verkäufer wurde begeistert gefolgt, "Nie mehr streichen" und "Ein Fenster für`s Leben" waren Gassenhauer der plastic people. Dem Gruppendruck konnten nicht viele widerstehen und so ist auf der Strassenseite das Panoramafenster zum Standard erklärt worden.  Die neuen Formate zerstörten nicht nur die klassische Fassadengliederung, sie wurden durch Einbau von Trägern oft zum Ansporn, nun auch noch die ziegelsichtigen Fassaden hübsch grau zu verputzen.
Gleichzeitig war der gefühlte Einblick in`s private Heim bedrohlich gewachsen und wurde mit viel Zimmergrün und Gardinenorgien mindestens auf die gewohnte Schummrigkeit zurück gedimmt.
Die Betonwerke hatten auch gute Ideen: Fensterbänke zum Mitnehmen in moderner Optik. Diese Lösung brachte einen direkten Wärmestrom aus der guten Stube auf die Straße und vernichtete jegliche eingebildete Spareffekte.
Dazu der gelbe Schaum, welcher die Träume zusammenhält und nun alsbald im Meer schwimmt oder in die Lufthülle geblasen wird, ja das moderne Leben erlaubt so manche Schlenker.
Die Bauwirtschaft erzeugt die Hälfte unseres Mülls, zwanzig Jahre modern und dann 500 Jahre Müll: Weil wir es können.

Fensterrückbau, Vorspiel


Bei vielen Neusiedler aus der Steinstadt reicht das Kleingeld nur für Immobilien minderer Güte. Allen Wunschbildern für die Flucht aus der Dichte ist das leidige Geld als Filter vorgesetzt. Dabei kommen oft nur Resthöfe ins Körbchen, auf denen so mancher Hund begraben ist. Dies ist nicht tragisch, sollte aber beim Start bekannt sein.
Hier finden sich jahrzehntelange Vernachlässigung und Übernutzung, mangelbedingte Umbauten und "Weiter-So"- Lösungen, die keine waren. Aber die gute Nachricht: viele Arbeiten können in der traditionellen Bauweise auch von Selbsthelfern durchschaut und gebessert werden, ohne Bob der Baumeister zu sein. Dazu braucht es wohl Wissen über die Zusammenhänge oder wahlweise eine gute Anleitung und die Kraft, die Verantwortung zu übernehmen.
Ausdauer, ohja, und ein gerüttelt Maß Demut und Gelassenheit. Dem Aufschrei der Besucher: "Hier ist aber noch viel Arbeit" oder "das dauert ja noch Jahre!" kann man die Gegenprobe stellen: Wie viele Jahre hockt man schon in Wohnungen, welchen man beim Einzug keine Dauer in seinem Leben einräumen wollte?
Die Arbeit ist kein Wolf, sie rennt nicht von selbst in den Wald. Es bleibt uns also genügend Zeit, an diesen Lebensabschnitt weiter zu kommen.

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Samstag, 28. April 2018

Doppeldecker


Ist der Ruf erst ruiniert... Alte Materialien gelten oft als unsicher und Gefahrgut für das Gebäude, dabei ist eine solche Berührungsangst unbegründet. Natürlich muss gut sortiert und entschieden werden, welche Teile ein neues Leben schaffen können. Aber dann wissen diese auch schon seit 100 oder 200 Jahre wie es geht.
Ja es gibt nicht wenige Ziegel, die schon von den Römern auf Kölns Dächer verlegt wurden und heute gern weiter Dienst liegen könnten.
Dies ist kein Teufelszeug, denn der schwächere Teil am Dach sind die Nägel und die Holzlatten. Abträglich sind flachen Dachneigungen, Beschattungen und Laubfall, die allesamt den raschen Abfluss und das Abtrocknen der Dachflächen hindern und bei Frostwechseln einen durchfeuchteten Stein auflaufen lassen.
Das Bild einer Dachfläche wird immer als Ganzes wahrgenommen, die einzelnen Teile können ruhig etwas neben der Norm liegen. Nur sollten optische Ausreisser dann auch immer gut vermischt zum Liegen kommen und keine störenden Strukturen bilden.
Hier im Bild eine Doppeldeckung, bei der nur eine Lage Ziegel pro Dachlatte verlegt werden. Nur die Anfangs&Endreihe wird als Kronendeckung gelegt, der First vermörtelt. Bei Betrachtung der Fläche ist ein Unterschied noch schwach sichtbar: Die linke Hälfte ist rauer und unruhiger als die rechte, bedingt durch Material aus verschiedenen Quellen.
Da diese Deckung nicht dicht gegen Flugschnee sein kann, wurde ganz klassisch auch auf die Unterspannbahn verzichtet. Es ist nur eine Werkstatt und durchtretende Feuchtigkeit wird gut belüftet wegtrocknen. Das solch ketzerische Bauausführung den Exorzisten weckt, welcher durch tausenderlei Zungen die verirrten Lämmer auf den wahren Weg zurückbringen möchte, ist eingeplant. Denn auch der wahre Glauben ist nicht Wissen und Dachfolien gibt es erst seit 30 Jahren in der Praxis. Die Wenigsten dieser Folien der ersten Stunden erfüllen noch ihren Dienst. So kann auf solche kurzzeitigen Unterstützungen bei einer langfristigen Eindeckung gut verzichtet werden.

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