MB Kern Landhausberatung
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Sonntag, 27. November 2016

Retrograder Geschmack



Jedem Leser der "Werner"- Comics ist die Geschichte um Meister Eckart noch präsent: Zigarrenuckelnd dem Lehrling knappe Anweisungen zuwerfend und die Qualität der Marke "Ideal Standard" in allen absurden Situationen preisend.
Hier nun ein geschmacksmusterrechtlich geschütztes Ensemble dieser legendären Schüsselikone, der auch Marcel Duchamps nicht ausweichen konnte. Er besetzte mit Hilfe eines Urinals den Kunstgattungsbegriff des "ready made" und erhitzt ein sattes Jahrhundert danach noch die Diskussion, ob das denn alles Kunst sei?!
Aber eine gestalterische Grosstat im neuen Baugebiet! Kurz vor dem Durchbruch der Moderne das Abort vom Hinterhof auf die Beletage zu holen und damit den Standard für die nächsten Jahrzehnte zu setzen ist sehr beachtlich.
Nur zu vergleichen mit der Verbannung des Spucknapfes aus dem öffentlichen Leben oder den prägenden neuen Lebensformen, die soeben im Internetbiotop generiert werden und uns in den nächsten Jahrzehnten begleiten werden.

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Sonntag, 16. Oktober 2016

Brandstellen



Die Ausführung der Abgase aus dem Gebäude ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur gesunden Behausung. Das Feuer kam als Lagerfeuer in die Höhle und hatte für heutige Herde einen absurd hohen Holzverbrauch. Jahrhundertelang blökerte und glimmte es ungeformt dort herum. Die ebenerdige Form brachte sehr viele Rußpartikel in die Lunge und verkürzte das Leben radikal, da könnte der heutige Kettenraucher nicht mithalten.
Dann wurde das Feuer auf die Herdbank gehoben und der Kochkessel mit irdenen Kochgeschirr ergänzt, diese Grapen standen auf ihren tönernen Füßen in der Glut.
Der Rauch flottierte dabei frei im Raum, bis er durch ein Loch im Dach entwich. Diese schwarzen Küchen hielten sich abseits der Städte bis Ende des 19. Jahrhunderts. Danach kamen auch hier Rauchführungen in gemauerten Zügen an.
Was kann nun mit den verrußten Altzügen in den Wänden geschehen? Alle Vorschläge zur Maskierung und Isolierung durch Aluminiumfolien, Spezialmörtel, links gerührtem Kuhmist u.ä. können nur in Ausnahmesituationen helfen. Regulär müssen alle schwarzen Steine herausgebrochen und entsorgt werden und dann kann der neue Wandaufbau beginnen.

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Montag, 10. Oktober 2016

Sesam öffne Dich

 

Das Öffnen lang verborgener Räume wie Herzkammern oder Räuberschlafhöhlen gelingt mit dem passenden Spruch . Oder dem lang ausgelegten Brecheisen. Es zeigt sich das zu Verbergende, das als unschön und altmodisch Benannte und damit auch das Empfinden der Vorbewohner. Deckel drunter genagelt, dachten sie, und schon ist der Raum moderner, niedriger und nichts krümelt mehr.
Beim nächsten Rauminsassen ist wieder etwas anders und im Rückbau entdecken wir die entstandene Zwischenwelt. Ganze Mäusedynastien entwickelten sich hier, polsterten Ihre Tanzsäale und Schlafkammern mit Spelzen aus, hatten gute Zeiten, Tag und Nacht.
Da Mitbewohner in alten Häusern auch vertragslos übernommen werden, wird manchen erst spät klar. Wehe, wenn kein schalldämmendes Material in der Absperrung verwendet wurde. Die beliebten Rigipsplatten verstärken den Trommeleffekt der kleinen Mäusebeinchen und im Halbschlaf wachsen die Tiere in bedrohliche Höhen. In diese Abgeschlossenheit bekommt man keine Falle gestellt und falls doch, wird sie von kräftigen Mäusen auch gern verschleppt... und das Gespann verwest in unkartierten, aber riechbaren Landschaften.
Verbleibende Lösungen? Meditation und Demut zuerst und danach neue Zwischenwelterschaffungen vermeiden.

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Freitag, 7. Oktober 2016

Insektenhotel im Angebot



Futterhäuschen gabs gestern, jetzt sind Wohnkisten für Insekten im Trend und die Natur muss sich schon wieder bedanken.
Was heute als Bastelarbeit fürs beste Gewissen an Gutwillige vertickt wird, ist nur ein schmaler Ablasszettel für die langen Kampfjahre an der Insektenfront. Die großflächige Ausradierung aller vorhandenen Spiel- und Wohnhöhlen an unseren Gebäuden, der Aufschrei ob aller langbeinigen Schatten und die Notarztwahl bei brummenden Angriffsfliegern hatten Erfolg: Die Insekten sind auf dem Rückzug.
Ob nun die Umstellung der Landwirtschaft auf eine giftspritzengesteuerten Anbaufolge oder die Ausrottung vieler Wildblüher und Ackerkräuter dieWende brachten, kann egal sein: Diese Sperrholzkästen des schlechten Gewissens werden die Libellen nicht aufrichten und Springspinne und Ameisenlöwe nicht befördern.
Wenn diese Schachtel ein Hotel sein sollte, dann ist ein Reetdach die spanische Küste und eine Scheune in Volksbauweise der Spreewald.
Aber suchen die kleinen Geister eine Reiseübernachtung oder eine vielgestaltige Heimat?

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Montag, 5. September 2016

Fachwerkfüllung



Dem Fachwerk ist es egal, welches Material in die Öffnung gestellt wird, den Zusammenhalt und die Statik des Gebäudes leistet ja der Holzkäfig. Das Naheliegende wurde früher verwendet: Holz, Stroh, Rasenstein und Lehm in allerlei Rezeptur, erst später konnten gebrannte Ziegel die Hülle verschliessen.
Reine ungebrannte Lehmsteine, so genannte Grünlinge, sind für diese Aufgabe ungeeignet. Die Bewitterung weicht den den Lehm ein und spült ihn aus, selbst der Verputz mit Kalk kann eine solche Bauweise nichtz dauerhaft machen.
Was aber tun, wenn die Vorbesitzer eine Wandhälfte genau so behandelt haben? Alles entfernen und Neustart?
Hier hilft eine Inspektion bei der Entscheidungsfindung: Die Steine stecken schon 15 Jahre im Gefache fest und selbst in den unteren Lagen sind keine Zerstörung zu erkennen. Dies hängt mit der geschützten Lage und der funktionierenden Dachentwässerung samt Dachüberstand zusammen. 
Auch ist die inneren Werte des Lehmsteins sind entscheidend: Bestünde er nur aus feinen Fraktionen des reinen Lehms, wie die heutigen maschinell Gefertigten, wäre kaum eine solche Beharrung zu erwarten. Sind die händisch geschlagenen Steine aber mit groben Korn bis hin zu kleinen Steinen ausgestattet und gibt es zudem Fasern aus Strohhäcksel oder Gras, so ist eine lange Standzeit anzunehmen. Noch besser, wenn man sich an den Verwitterungsspuren nicht mit den Augen stößt.

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Mittwoch, 31. August 2016

Schweineigel



Jeder ordentliche Kleingärtner macht in seinem Gelände einen Haufen, wussten schon die Humoristen der 60iger Jahre. Leider ging neben dem Humor auch die Mitteilung verloren, es möge sich um organische Abfälle und ähnlich Abbauendes und Schützendes handeln.
Die deutliche Mehrheit der deutschen Kleingärtner, welche sich ja nicht irren können, haben eher Schneckenkorn, Kunstdünger und Verbundpflaster im Grünen verteilt, lassen über alles das Round-Up plätschern. Grünes zwischen den Steinen, Schnecken, Wühlmäuse, die falschen Raupen bedingen die immerwährende Jagdsaison und die Bilder der Trendzeitschriften setzen die nie zu schaffenden Ideale. Der Einsatz von Giften aller Arten wächst seit Jahren erschreckend.
Der erhoffte englische Rasen, diese Diva, gedeiht nunmal in England und nimmer in der Halbwüste Brandenburgs, aber erkläre einen toten Hasen Bilder. Es muss gelingen und sei es mit dem Grasspray aus den USA, der Kahlstellen und Brandflecken überfärbt. Noch schüttelt es einen, aber wir haben auch andere Modegrillen in unsere Zielwünsche eingepflegt, es kömmt gewiss..
Da hat der Igel nichts zu lachen! Gleich Wildschweinen rüsselt er über den Rasen und schleckt Schneckeneier, Fallobst und Kerbtiere aus der Schattenwelt. Aber dies ist nur die grüne Halbwahrheit.
Denn die Biester fressen die Katzennäpfe leer, machen abends gehörigen Biolärm und obendrein, ja diese Wahrheit müssen wir ertragen, kleine Kotkringel mitten auf den Weg. Dazu sind sie von Zecken, Flöhen und Haarlingen bevölkert.
Nun, da müssen wir wohl noch öfter über den Asphalt jagen und bald schon kennen wir diese Gesellen nur noch als getrocknete Haufen auf der Straße und dem Kinderbuch.

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Freitag, 26. August 2016

400 Jahre Garantie


Für das Ergebnis der Rekonstruktion eines Altgebäudes ist die Erscheinung des Materials im fertigen Bau ganz entscheidend. Wenn ich silbergraue Eichenständer im Bestand vorfinde, kann ich zwar auch mit anderen Holz reparieren und statt des traditionellen Abbunds mit jeder Menge Eisen hantieren, aber das Ergebnis wird bis zum letzten Augenlicht als unpassend und störend empfunden werden. Statik hin und her.
Nun können sich Reparaturen gern farblich absetzen und nachaltern, schliesslich war auch jegliches Altmaterial mal frisch und unpatiniert. Aber das Holz, welches vor 160 Jahren gefällt wurde, erfuhr eine andere Behandlung bei Wachstum und Ernte. Riss- u. astfreies Bauholz dieser Güte, noch dazu gut abgelagert, gibt es nicht für Geld und gute Worte. Recht verbaut steht es ohne Sorgen mindestens 200 Jahre, sollten sich die Umstände nicht ändern.
In Holzbaukulturen wie Rumänien oder Norwegen sind 600 Jahre nicht ungewöhnlich und was sollte mit dem Material auch noch vorgehen? Bedenken wir noch die 200 Jahre Wuchszeit, ist doch ein imposantes Alter versammelt. Respekt!
Dies bedenkend ist es jede Mühe wert, das passende Material für den Bau seines Lebens zu finden.

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