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Freitag, 25. Dezember 2015

Durchblick




Was wir heute vielleicht als Spähschlitz an der Wohnungstür kennen oder besser an der Küchentür von Restaurant, war zu lichtlosen Zeiten auch an Stubentüren vorhanden: Der Durchblick. Die Bewohner der Häuser waren viel dichter gelagert als heute und eine Licht rar, da war es für Stubenläufer hilfreich, wenigstens einen Orientierungsschimmer zu erhaschen. Denn mit dem offenen Licht abzugehen bedeutete oft, die anderen im Dunkeln zu hinterlassen. Mit billiger werdenden Fensterglas wurde nicht nur die Aussenhaut der Gebäude freundlich gedichtet, auch die schweren Holztüren wurden transparenter gestaltet. Die damals zahlreiche Dienerschaft konnte ihre Auftritte zudem besser synchronisieren.
Künstliches Licht selbst war bis vor 100 Jahren ein kostbares Gut und brandgefährlich dazu, oft war allein die Küche in den Abendstunden erwärmt und wie auch immer beleuchtet. Für sich selbst lesen, gar individuell Musik oder Radio hören? Nichts da, es wurde vielleicht vorgelesen oder zusammengesungen, auf jeden Fall alles einer strengen sozialen Dauerkontrolle unterworfen.
Echte Privatheit musste man sich leisten können und wurde erst in der Industriegesellschaft massenhaft.
Aus beengten Wohnsituationen in Asien und Osteuropa ist auch die entscheidende Fähigkeit dieses Zusammenlebens bekannt: Nicht hinzusehen und doch Gesehenes einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen.

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