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Mittwoch, 27. August 2014

Brennnessel

Da Wahrheit auch nur eine gesellschaftliche Übereinkunft ist, konnte der Mensch flugs bestimmen, wer  gut und böse ist. In der umgebenden Restnatur wurden nicht nur einzelne, besonders störrische Exemplare als Abfall benannt, nein: ganze Insektenfamilien und Pflanzengattungen wurden zu Unkräutern und Untieren erklärt. Dieser Abtrennung in die Kaste der Unwürdigen liegt das Todesurteil schon bei, jeder von der Schöpfung Gekrönte kann es vollstrecken und hat dabei die Wahl der Waffen.
Natürlich erfolgt das radikale Reinigen der Erde durch RoundUp, Flammenwerfer und alten Beständen Wofatox nur zum Besten aller Anderen und aus "wichtigem Grund": Die kann man nicht essen, die stören mich, die passen farblich nicht zur Hausfassade.
Nehmen wir die Brennnessel, eine Leitpflanze des Hasses, zu deren Verteidigung sich aufzuschwingen recht dreist ist. Aber:
Es ist ein Heilkraut, ein frühes Gemüse im Jahr, ein Stickstoffanzeiger im Boden.
Es ist die Nahrung für die Raupen von ungefähr 50 Schmetterlingsarten, die brauchen nicht benannt werden, da kennen wir uns ja aus. Der kleine Fuchs ist dabei, das Tagpfauenauge auch, und der Admiral, sehr schön und diese Arten sind sogar so auf die Brennessel geeicht, die rühren keine andere Pflanze an.
Sie war eine Faserpflanze des Nordens und hat manchen Kriegerstamm bekleidet. Die Fasern der großen Brennnessel wurde für Uniformstoffe verwendet, die deutsche Kriegswirtschaft versuchte damit der Baumwollknappheit zu trotzen. Heute laufen verstärkte Versuche, die textilen Möglichkeiten dieser Pflanzenfaser zu erfassen. So wird die Pflanze viskosiert und als Kunstseide versponnen. Ihre Fasern dienen als Ausgangsstoff für Teefilter oder Banknoten.
Ach ja, in der Geflügelaufzucht gilt sie etwas und einige Mittelchen zur Pflanzenkräftigung im Garten ergibt sie zudem... aber wie gesagt, dies wäre nur dann wieder wahr, wenn wir uns auf diese Sicht einigen könnten.

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