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Dienstag, 8. Juli 2014

"Deutschboden" "Vor dem Fest"


Bei manchen Film wie auch Buch ist es schwere Arbeit, sich bis zum Ende als Empfänger bereit zu stellen. Nicht wegen der selbstverliebten Überlänge oder der thematischen Verfehlungen. Die einfache Abbildung der sozialen Strukturen in den kleinen Orten Brandenburgs und Mecklenburgs reicht zum Kraftakt.
Die abgebildeten Zustände bringen eine schmerzhafte Überrealität nahe, der wir im eigenen Erleben gekonnt ausweichen, deren Protagonisten wir erhaben hinterher lächeln, wenn sie an den Tankstellen stehen und durch die Stadt kreisen. Deren Körperkult mit Kosmetik, Solarium und Tattoostudio nicht hinderlich ist beim Hassen gegen die Schwulen und anderem Gesocks und denen kein Wissen im Wege stehen kann bei der Beurteilung der Welt.
Diese einfache Wahrheit über die Aussortierten, Hängengebliebenen und deren nachwachsenden Sozialtorpedos ist schwer auszuhalten. Die Auslese geht weiter: Im Lande bleiben die, welche schon alles wissen und schon immer hier rumsitzen, endversorgt durch den Staat und sich einer eigenen Lebensregie verweigernd. Der dunkle Humus der Nationalidee, der sich gegen die gefühlte Unterlegenheit wehren will und keine Feinde findet. Diese Geister schwenken Deutschlandfahnen, werden alt und rutschen in die Grube, ohne von einem Büchner oder Forster und deren Ringen um ein deutsches Vaterland gehört zu haben.
Was tun? fragte sich und uns Tschernischewsky. Noch ein Buch lesen. Noch einen Film sehen.
Die guten Beispielen, auf die wir unsere Zuversicht gründen, sind eine kleine Minderheit.
Aber sie waren es wohl immer.

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