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Mittwoch, 6. Februar 2013

Zahlschlitz

Der fachgerechte Einbau von Fenstern wandelt mit jedem neuen Material und Anspruch. War es 1920 ein gedrehter Rosshaarzopf, der in die Laibung gedrückt wurde (oder auch nicht) kam später Mineralwolle und Schaum aus der Dose zur Anwendung. Heute ist die dampfdichte Folie, recht an der Laibung verklebt, der Standard. Dabei sind diese Änderungen nicht nur dem Schnittpunktproblem zwischen Fenster und Mauerwerk geschuldet, sondern auch der Konzeption des gesamten Gebäudes.
Denn in den zwanziger Jahren gab es einen regen Luftaustausch über Fenster, Tür und Rolladen, in der Speisekammer gab es einen Aussenlufteintritt zur Kühlung, die Wrasenklappe entlüftete die Küche ständig.
Mit dem Kunststoffeinsatz nicht nur in Bauteilen, auch in Putzen und Farben wurden auch die Abdichtung früher Schwachstellen verbessert. Mit der Unterbindung des Luftaustausches und der Vorfahrt der Energieeinsparung bedarf es aber recht eigentlich einer Zwangslüftung, um die Wohnfeuchte der Innenräume nicht als Kondensat an den kalten Punkten im Raum abzulegen. Was früher an der Scheibe beschlug oder gar zur Blumenwiese gefror wird nun in Ecken, hinter Schränken oder eben in der Laibung wieder gefunden: als Grundlage der Schwarzschimmelkolonie.
Aller Energiesparwille muss also ins System und den Bewohner eingepasst werden.
Der alte Bestandschlitz kann mit Stopfhanf ausgefüllt werden.

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