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Sonntag, 21. März 2010

Mangelwirtschaft im Erinnerungswesen


Mythen entstehen, indem Bewohner der gleichen Lebensalterschicht ihre Sicht auf Erlebtes repitieren und in der Wiederholung gegenseitig versichern. Das geht so bis zum Abwinken, da irgendwann diese Handbewegung jede Erörterung abkürzt.
Doch hat die so geronnene Wahrheit etwas mit der Realität zu tun?
Das kleinste gemeinsame Erinnerungsvielfache aus der DDR-Bauzeit ist so ein Satz: Es gab keinen Zement.
Auch der Autor dieser Zeilen hat noch einen Dialog beim Baustoffhandel im Ohr:
"Wie sieht es denn mit Zement aus?" als launige Auftaktfrage.
Gleich darauf die aufgeräumte Antwort: "Wie der aussieht, weiss ich auch nicht mehr!".
Ein purer Mangeldialog, gern zum Besten gegeben in geselliger Runde und sicher mit zustimmenden Köpfewackeln entlohnt.
Wie gross der Zweifel an der Solidität des Erinnerungsgenerator, wenn beim Entfernen einer kurz nach diesem Dialog eigenhändig errichteten 12er Trennwand der westliche Stemmhammer am östlichen Mangel scheitern möchte. Die Wand ist mit einer Mischung errichtet, die wohl keinen Kalk, aber feste Zement enthielt.
Kleckerweise fällt mir ein, das für mich damals Kalk ein fremder, geradezu verzichtbarer Bestandteil des Mörtels war und ich die Kunde, auch ohne Zement wären ganze Häuser haltbar errichtet worden, nie erhalten hatte.
Aus meinen Erlebnissen am brandenburgischen Abputzhammer kann ich nur bestätigen: Dieser Irrglaube war verbreitet und das sicherste Zuordnungszeichen für die DDR- Enstehungszeit eines Baudetails ist die blauschimmernde Zementüberdosis. Das ich selbst zu diesen verwirrten Unwissenden gehörte, vernahm ich ungern, aber tapfer.

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