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Freitag, 29. Februar 2008

Geräuschlichkeiten


Zur Flucht aufs Land drängt es viele, die diesen Mythenort mit Ruhe gleichsetzen. Das geschieht zu leichtfertig, denn neben schaurigen-schönen Hässlichkeiten, die bös im Auge stecken bleiben, hat "das Land" auch eine Transformation der Umgebungsakustik zu verarbeiten. Belege aus Geräuscharchiven und eigenem Erinnern lassen uns gedengelte Sensen, Hufbeschlag und Schmiedhämmer hören, im Hintergrund die Dreschmaschine als grösstdenkbarer Lärmbold. Vorbei. Die gesellschaftliche Lärmproduktion durch den Verkehr bildet das akzeptierte Grundrauschen der Landschaft, dazu kommen die nervenfressenden Störsignale des Fortschritts. Was früher in Handarbeit geschafft wurde, geht,scheint es, nur noch mit der Kraft der abgebaggerten Lausitzdörfer: Vegetation kurzhalten, häckseln, spalten, kleinsägen, Erde grubbern, Grillfeuer anschubsen, Laub pusten. Immer gern vernommen: die surrenden Kampfmotorsensen im Geschwaderanflug,Spielzeug mit eingebauter Quäckschleuder, Quads und Geländemotoräder der adoleszenten Landjugend mit Hirnwasserabsenkung. Es sind kaum mehr Arbeitsgeräusche, es ist der Schall der Erholung. Kunstwelten im Kopfhörer und Quengeln bei löchrigem Handyempfang sind nur Varianten der Abhängigkeit, bald soll auch die Türklinke mit uns sprechen. Na, vielleicht basteln wir uns ein atonales Studio im Kriechkeller, ein Brüllzimmer neben dem Weinregal, ein Schweigegelübde bis zur Osterglocke? Immerhin kann meine Grabinschrift zur Aufforderung "Ruhe!" verkürzt werden.

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