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Montag, 13. Mai 2013

Fachwerk schliessen

Das heute von vielen Betrachtern als schön empfundene, sichtbare Fachwerk ist natürlich nicht aus ästhetischen Überlegungen entstanden. Das Material war von hier, es bedurfte keinerlei Eisen, konnte ohne Kalk wachsen, zur Not abgebaut werden und woanders wieder entstehen. Bei Kriegs- und Brandschäden war das Wissen und die Arbeitskraft der Bewohner hinreichend für den Neustart.
Dies kennen wir heute fast nur noch von den Behausungen in fernen Ländern, aber es war die naturgegebene Möglichkeit in unseren Breiten. Wodurch es auch eine wirkliche Kreislaufwirtschaft gab: Alle Materialien konnten wieder verwendet oder anderweitig genutzt werden.
Aber da gab es ja auch noch nicht zwanzig Prozent auf alles und die Volksbauweise verdiente sich den Namen. Da alle mit anpackten, war das Wissen um die Baudinge weiter verbreitet als heute die Namen der Formel-1- Verstrahlten und solches Wissen wandert in Kopf und Händen mit.
Zum Ausfüllen der Fächer  gab es mehrere Techniken, die einfachste ist in dieser Trennwand zu einem ehemaligen Nachbarhaus zu sehen.  Staken aus Eiche oder Kiefer wurden abgelängt und gespitzt, in die Riegel oben Löcher  und unten Rutschbahnen gebeilt. Alle an Ihren Platz gestellt, dann entweder noch mit Weidenruten verflochten oder  gleich  pur wie hier mit Lehmbatzen beworfen. Im Lehm natürlich Stroh und Steine, wie es in die kleinen Kinderhände kam... denn es halfen alle mit.
Schön sind hier die baulichen Änderungen am sehr alten Haus zu erkennen: Ehemals kragte das obere Stockwerk hofwärts aus, zudem stieg das Straßenniveau und die neue Giebelschwelle wurde in der dann aktuellen Höhe eingefügt. An den Verwitterungsspuren ist auch die Höhe des ehemaligen Nachbarhauses abzulesen.
Nun steht es bald dreissig Jahre leer und trotzt. Nicht nur Wind und Wetter.

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