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Donnerstag, 8. April 2010

Blankow oder die Ortsseelsorge


Das die Vergangenheit nicht tot sei, ja nicht einmal vergangen, wie es William Faulkner formulierte, zeigte mir das Buch "Blankow oder das Verlangen nach Heimat" von Pauline de Bok. Jeder, der seinen Dachboden durchstöberte oder mit dem Spaten die vergrabenen Reste der Vorbewohner aufschreckte hat schon versucht, das vergangene Leben zu bebildern. Aber erst in den Erzählungen der Beteiligten bekommen die von uns vereinnahmten Landorte ihre andere Dimension wieder. Die verlebten Zeiten werden präsent und wir werden blasser, unbedeutender. Wie ein vergessener, immer übersehener Raum, der sich durch Worte öffnen lässt und ab jetzt mitgedacht werden muss.
Das wenige Spielzeug unter den Dielen, der Fleck im Stallboden, die Inschrift im Schrank: alles weitet sich und flüstert anderes als die erbaulichen Schnurren, die unter Gelächter in Feierrunden dargeboten werden.
In diesem Buch gelingt es, die Aufsplitterung der Geschehnisse durch die individuelle Erinnerung zu zeigen. Die vielen Versionen und die nicht erzählten Grausamkeiten sind dabei überzeugender und dem Zeitgefühl näher als eine gerade Aufzählung von Fakten mit heutigem Vokabular.
Das Naheliegende, so oft Repitierte aus der Erinnerung ist ja nur die Oberfläche, auf die man sich einigen wollte. Das so offenbar Bekannte wird in diesem Buch bis ins Unbekannte konkretisiert und zugleich besser bewahrt als in anderen Schilderungen.
Die letzten Beteiligten sterben gerade. Wir Nachbewohner übernehmen mehr als die Sorge um die Gebäude.

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