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Sonntag, 1. Februar 2009

Heizen nach Zahlen


Wer sich vormals um die gute Verheiratung seiner Tochter sorgte, konnte sich nicht auf solch gottgegebenen Sachen wie schönes Aussehen verlassen. Vielmehr galt es neben einer guten Aussteuer auch für flinke Hände in der Küche und Anstelligkeit beim Heizen zu sorgen. Damit war nicht das Drehen am Heizventil gemeint, sondern die Beurteilung des Heizmaterials, das Herstellen von Anmachholz und die Hege der Flammen. Vor der Verbreitung des Zündholzes wohl auch noch der Umgang mit Feuerstein und Schwamm.
Heute ist es durch ständig steigenden Bildungs- sowie Konsumstandard dazu gekommen, das wir alles übers Heizen wissen, aber es praktisch nicht nutzen.
Zum Exempel: Beim klassischen Ofenbeschicken wird zuunterst ein Anmachfeuerchen entfacht (heute oft im Kohlenanzünder komprimiert) und dann das Brenngut unsanft drüber gepackt. Mithin beginnt das Feuerchen das Heizmaterial aufzukochen und viel Energie entschwindet als schwarzer Qualm durch die Esse. Jeder Dreck und Gestank kündet von unverbrannten Gasen, aber macht ja nichts, es brennt ja danach immer noch ganz schön.
Wie man diesen Prozeß plump umdrehen und 35 % der Energie sowie 50 % der Luftschmutzfracht sparen kann, hat ein deutscher Ingenieur schon 1928 für den Berliner Kachelofen propagiert: Erst das Brennmaterial einschichten, darauf ein Anmachfeuerchen entzünden.
Naklar, dies ist plumpe Küchenphysik, die jedem zur Verfügung steht: die Flamme brennt sich nach unten, die brennbaren Gase, welche ab 80 Grad zur Verfügung sind, müssen durch die Brennzone und werden bei hinreichender Luftzuführung deutlich besser ausgenutzt.
Was für die Kohle gilt, stimmt abgeschwächt auch für das Scheitholz: Dieses Brennmaterial kann nur ungenügend ausgenutzt werden, weil die schlagartig freigesetzten Gase sehr heiss verbrennen, nicht so schnell die Wärme abgeben können und durch die Esse verschwinden. Der Abbrand kann auch nicht durch die Reduzierung der Luftzufuhr in die Länge gezogen werden, wohl aber durch das Verbrennen von oben verzögert . Nach dem Durchbrennen muss der Ofen gut geschlossen werden und sowieso genügend Speichermasse haben um die Wärme zu halten und langsam abgeben zu können.
So wird der Vorteil eines Grundofens richtig ausgereizt: Jeder dritte Kumpel und Forstarbeiter macht sich einen schönen Tag, statt seine Gesundheit zu gefährden. Da sage noch jemand, Volksaufklärung brächte nichts ein.
Allein dafür kann manufactum einen Bildungseuro auf jeden handgeschmiedeten Schürhaken draufpacken.

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