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Sonntag, 12. September 2010

Deckel öffnen


Beim Zurückbauen eines Gebäudes wird der Film der Errichtung rückwärts abgespielt. Die Fachwerkscheune ist mit reiner Handarbeit zusammen gefügt worden, also sollte sie auch händisch in die Einzelteile zurück geführt werden können. Der entscheidende Vorteil ist die sofortige Sortierung der Baustoffe und Ihre Rückgewinnung auf gleicher Wertstufe.
Beim rabiaten Einriss bleibt ein Haufen Müll, welcher sich unter einem Balkenmikado gegen seine Verladung wehrt. Die Trennung der Baustoffe ist zugleich unrealistisch geworden, aus dem Wertstoff ein Problemstoff.
Die Material- und Energieverschwendung der Bauwirtschaft ist grandios im Deutschland der Nachkriegszeit. Die Lebenszyklen der Gebäude verkürzen sich, die Umbau und Reparaturfreundlichkeit ist im freien Fall und die Schlagzahl der Hausmoden füllen die Container der Sorgenabsauger. Ergebnis: Geld wandert, Erde wird zu Müll.
Es kommt der Tag, da uns ein Haus mit Abrissplanung als "green house" verkauft wird und ein wiederverwendbares Gebäude nobelpreisverdächtig scheinen muss.
Traurig allein: Diese "Innovation" war vor Jahrhunderten schon einmal Standard.
Die Beispielscheune wurde 1906 aus Bauteilen alter Gebäude errichtet, der untere Fachwerkkäfig aus Eiche ist komplett zweitverwendet. Die Dachsteine aus Beton haben 100 Jahre ohne einen Ausfall gedient, auch dank der Sicherung jedes dritten Ziegels mit verzinktem (!) Draht. (Die Firsthauben überstanden selbst den freien Fall auf den Schutthaufen, der einst legendäre Ruf von Betondachsteinen wurde später durch billige Nachahmer zerstört.) Nur deshalb war das Dach noch begehbar, die Latten und die Nägel waren vernutzt. In der Dachfläche keine Senkung, allerding haben sich die Giebel beidseitig nach aussen geneigt. Die Mauersteine in den Fachwerkfächern mussten deshalb herausgedrückt werden, um die Last zu mindern.

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